08-Geschichte

Ein Verein mit Tradition

Gründung: 15. April 1908

Seit fast 100 Jahren ist Flensburg 08 das Aushängeschild des Flensburger Fußballs. Mannschaften von Flensburg 08 spielten in den höchsten Spielklassen des Landes. Flensburg 08 gilt über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus als der Flensburger Fußball-Traditionsverein und wird 2008 sein 100-jähriges Bestehen feiern. 
Unvergessen sind die spannenden Spiele an der traditionsreichen Sportstätte "Am Sender". 

Die größten Erfolge

  • 1957: SHFV-Pokalsieger
  • 1973: SHFV-Landesmeister
  • 1974: SHFV-Landesmeister
  • 2004: SHFV-Hallenlandesmeister
  • 2013: SHFV-Futsal-Landesmeister
  • 2013: SHFV-Vize-Hallenmeister

    Das erste Fußballspiel in Flensburg

    Man sucht in Archiven und Chroniken, um die brennende Frage beantwortet zu bekommen, wann in Flensburg überhaupt das erste Mal Fußball gespielt wurde. Das moderne Fußballspiel hatte nämlich seinen Ursprung in England. 1857 wurde in Sheffield der älteste Fußball-Club Europas gegründet. Englische Kaufleute, Studenten und Schüler brachten das Fußballspiel um 1870 nach Deutschland. Der Deutsche Fußball-Bund gründete sich am 28. Januar 1900.

    Das moderne Fußballspiel in Flensburg hatte seine Geburtsstunde erst im Jahre 1908. Der Fußball wurde auch nicht durch englische Bürger nach Flensburg eingeführt, sondern der dänische Lokführer und Fußballspieler Sophus Breuning wurde im Januar 1908 beruflich von Kopenhagen nach Flensburg versetzt. In seinem Reisegepäck befand sich ein Fußball, der erste Fußball in Flensburg. Auf einer kleinen Koppel am damaligen Kleinbahnhof am Flensburger Ostufer (Ballastbrücke) bolzte Sophus Breuning in seiner Freizeit gerne herum und war froh, dass sich bald kleinere und größere Jungs dazu gesellten und die Liebe zum Fußball entdeckten. Es waren bald so viele Jungen am Platze, dass sogar auf zwei Toren gespielt werden konnte. Als Tormarkierungen dienten große Steine. Sophus Breuning erklärte die Begriffe des richtigen Fußballspiels. Es wurden nunmehr Mannschaften aufgestellt und diese auch mit Namen, wie Teutonia, Athena, Borussia usw. versehen. Die neuen Fußballspieler waren hauptsächlich Flensburger Turner und Schlagballspieler, die bereits um die Jahrtausendwende im damaligen Männer- und Turnverein locker das Fußballspielen übten. Aber auch die beiden erstklassigen dänischen Fußballspieler Erick Steenstrup und A. Frederiksen vom Kopenhagener Fußball-Club „Hellerup Idraetspark“ verschlug es 1908 beruflich nach Flensburg. Sie waren junge Dänen, die in Flensburger Kauf- und Handelshäuser ihre Lehrzeit absolvierten oder als Volontäre tätig waren. Sie unterstützen Sophus Breuning nicht nur bei seiner Aufbauarbeit, sondern sie gründeten mit den anderen Flensburgern Max Jost, Erich Musche, Andreas Larsen, Jörgensen, H. Juul und H. Lund am 15.04.1908 den „Flensburger Fußball-Club von 1908“. Allein schon aus den Namen mag man ersehen, dass das „dänische Element“ in den ersten Jahren der Gründungszeit überwog.
    Die Gründungsversammlung wurde am Mittwoch, 15.04.1908, im Restaurant „Kaiserhof“ in der Toosbüystraße abgehalten. Max Jost wurde zum 1. Vorsitzenden und Sophus Breuning zum 2. Vorsitzenden gewählt. Der Flensburger Fußball war geboren.

    Horst Höfer

    Artikel aus der Vereinszeitschrift März 1971 :

    Fußball anno dazumal

    1908 war ich in einem Flensburger Großhandelshaus als kaufmännischer Lehrling tätig. Ältere Lehrlinge und Junggehilfen, dänische Staatsbürger, die deutsche Sprachkenntnisse erwerben sollten, waren auch bei derselben Firma beschäftigt. Diese jungen Leute und eine handvoll Flensburger Jungs hatten gerade den Flensburger Fußball-Club (FFC) (jetzt Flensburg 08) aus der Taufe gehoben. Es war ein bescheidener Anfang. Da der Fußball damals in Deutschland noch in einem bescheidenen Rahmen steckte, war es ja auch für uns nicht leicht Fuß zu fassen. Aber jung muß man sein und Mut muß man haben, sagten sich die Gründer. Nun mußten wir ja auch noch einen Platz haben; das war nicht leicht. Die Flensburger Behörden hatten noch nicht viel vom Fußballspiel gehört und sahen unser Unternehmen als "Eintagsfliege" an. Aber anhalten tut kriegen und schließlich bekamen wir den Platz zwischen der Radrennbahn am Schützenhof zugewiesen. Es war ein schöner großer Rasenplatz. Wir waren sehr froh! Für wenig Geld und viele gute Worte bekamen wir 2 Tore (schwer wie Blei) gezimmert. Zu jedem Spiel wurden die Tore herangeschleppt und in die vorgearbeiteten Löcher hineingehoben. Nach dem Spiel wurden die Tore herausgenommen und in einem Raum, den uns der Schützenverein freundlicherweise zur Vergügung stellte, hineingelagert. Ein Fußball war in Flensburg nicht zu kriegen und mußte in Hamburg in einem Spezialgeschäft bestellt werden. Unsere dänischen Kollegen in unserer Firma hatten reiche Väter und ich habe den Eindruck, daß diese ohne ihr Wissen zu einem nennenswerten Zuschuß herangezogen wurden. Auch zu einem Dreß kamen wir ( ich sage "kamen wir", eigentlich gehörte ich da noch gar nicht zu, aber ich war so begeistert von der Sache, daß man mir das "wir" verzeihen möge). Soviel ich noch erinnere: weiße Hose, blaue Strümpfe und blaues Jersey. Schon die ersten Spiele gefielen mir gut. Nach meiner Laien-Meinung wurde flott gespielt. Der Linksaußen Frederiksen und der Mittelstürmer Steenstrup hatten einen guten Spielwitz und eine ausgezeichnete körperliche Verfassung.

    Nach einiger Zeit, ich war immer noch so begeistert, ging ich mit klopfenden Herzen zum Trainer, ein netter, etwa 30-jähriger Mann und bat um eine Aufnahme als aktives Mitglieder. Dieser sah mich lange wohlwollend an und sagte dann: " Schja, ich weiß nicht so recht. Dann musst Du erstmal eine zeitlang trainieren und dann wollen wir sehen". (Jugendabteilung hatten wir  nocht nicht). Da ich beim Prinzipal wohnte und jeden Abend beim Zubettgehen Gute Nacht sagen mußte, blieb mir nichts anderes übrig, zu fragen, ob ich beim Fußball-Club abends trainieren durfte, einmal die von Woche von 8 - 9 1/2 Uhr abends. Das wurde mir glatt abgeschlagen. Einesteils verständlich vom Chef, denn ich hatte eine 84-stündige Arbeitszeit. Glauben Sie nicht? Mein Ehrenwort. 84 Stunden die Woche. An 6 Tagen je 14 Stunden von 6 1/2 bis 20 1/2 Uhr, eine Pausen zwischen den Mahlzeiten. Dazu kam noch die Zeit zwischen der Kirchzeit am Sonntagmorgen. So ist es wohl  verständlich , daß man mir  bei der hohen körperlichen Beanspruchung das "Vater unser" durch die Backen lesen konnte. Das hat mir soviel zu denken gegeben , daß ich es sofort mit leichtathletischen Übungen und Schwimmen versuchte, meinen Körper fit zu kriegen. Das gelang mir  auch und 1914 stand ich schon im Krieg an der Front ununterbrochen bis 1918. Als ich 1919 nach Flensburg zurückkehrte, habe ich mich sofort bei 08 gemeldet und bin seit dem 14. Mai 1919, also über 50 Jahre Mitglied. Das war ein Leben für den Sport und es war ein schönes Leben. Außer bei 08 war ich auch noch 30 Jahre bei den Schwimmern und 15 Jahre deren Vorsitzender.

    Allen meinen Freunden, Athleten, Fußballern und Handballern wünsche ich Gesundheit, Freude am Sport und gute Erfolge 1971 für unsere Flensburger Sportvereinigung von 1908 e. V..

    Euer Alterspräsident und Ehrenmitglied

    Friedrich Schwichtenberg


    Gründungsversammlung 15. April 1908

    Protokoll der Gründungsversammlung, am Mittwoch, dem 15. April 1908, im Kaiserhof 

    Am Mittwoch, dem 15. April 1908, hielt der Club seine erste diesjährige Versammlung im Restaurant „Kaiserhof“ ab. Infolge des bevorstehenden Osterfestes waren sehr viele Mitglieder nicht anwesend, weshalb die Beteiligung auch nur eine sehr geringe war. Es hatten sich 12 stimmberechtigte Herren eingefunden. Es wird von der Versammlung beschlossen, einen Ausschuss, bestehend aus den Herren Jost, Laber und Juul, zu wählen, welcher sich verpflichtet, für den Verein neue Satzungen auszuarbeiten und diese in einer am Mittwoch, dem 29. April, im „Kaiserhof“ stattfindenden Generalversammlung den Mitgliedern vorzulegen. Alsdann ging man zur Neuwahl der Vorstandsmitglieder über. Als 1. Vorsitzender wurde vorgeschlagen Max Jost. Selbiger erhielt bei der geheimen Abstimmung 8 Stimmen. Herr Jost wurde mit großer Stimmenmehrheit gewählt. Als 2. Vorsitzender wurde Herr Sophus Breuning vorgeschlagen und mit 11 Stimmen, also fast einstimmig, gewählt. Herr Breuning nahm ebenfalls die Wahl an. Als Schriftführer vorgeschlagen und mit 11 Stimmen gewählt wurde Herr H. Juul. Herr Lund erhielt als 2. Vorsitzender eine Stimme und als Schriftführer ebenfalls eine.Für Herrn Musche wurde ebenfalls eine Stimme als 1. Vorsitzender abgegeben. Der nächste Punkt der Tagesordnung ist die Wahl eines Kassierers. Als solcher wird vorgeschlagen und mit 10 Stimmen gewählt Herr H. Lund. Herr Lund nimmt die Wahl an. Die Wahl eines Sportwartes wird bis zur Generalversammlung aufgeschoben. Mit 9 Stimmen wird Herr Laber als Zeugwart gewählt. Herr Jürgensen war nicht anwesend, trotzdem wird er mit 11 Stimmen als Platzwart gewählt. Die Wahl der Kassenrevisoren wird ebenfalls bis zur nächsten Generalversammlung aufgeschoben. Der Flensburger Fußball-Club von 1908 (FFC 08) war gegründet.

    Am 18.12.1925 fusionierten die beiden Flensburger Vereine FFC 08 und der Sportverein der Geher (SVdG) unter dem Namen "Sportvereinigung Eintracht" (SV Eintracht).

    Anfang 1935 wurden die beiden Vereine SV Eintracht und der VfL Nordmark unter Einflußnahme des damaligen totalitären Systems zu dem Verein "Flensburger Sportvereinigung von 1908", dem heutigen Flensburg 08, zusammengelegt.


    Vereinsvorsitzende seit 1908

    Jahr 

    Name 

    1908 

    Max Jost, Jürgensen, Theede 

    1909 

    Erich Musch 

    1910 

    Otto A. Jacobsen 

    1911 

    Carl Voß 

    1912 

    Otto A. Jacobsen 

    1913 

    W. Decker 

    1914 

    Otto A. Jacobsen 

    - 1. Weltkrieg -

    Vereinsvorsitzende seit 1919

    Jahr 

    Name 

    1919 - 1924 

    Uhde Schwartz 

    1924 - 1925 

    Boy Magnus 

    1926

    1928 - 1929 

    1930 - 1932

    Hugo Jensen

    Otto Berndt 

    Wilhelm Schulte

    1933 - 1938 

    Oskar Müller 

    1938 

    Dr. Hermann Einfeldt 

    - 2. Weltkrieg -

    Vereinsvorsitzende seit 1946

    Jahr 

    Name 

    1946 - 1951 

    Wilhelm Schulte 

    1951 - 1957 

    Dr. Hermann Einfeldt 

    1957 - 1958 

    Herbert Henning 

    1958 - 1967 

    Heinrich Prieß 

    1967 - 1968 

    Hans Hansen 

    1968 - 1973 

    Heinrich Niemann 

    1973 - 1975 

    Helmuth Gerhards 

    1975 - 1992 

    Heinz Pinske 

    1992 - 1999 

    Hans-Werner Petersen 

    1999 - 2002 

    Heinz Dreesen 

    2002 - 2008 

    Hans-Werner Petersen  

    2008 - 2014 

    Egon Hansen 


    VOM SPORTPLATZ AM SENDER INS FLENSBURGER STADION

    Bis 1914 gab es in Flensburg nur einen einzigen Sportplatz, nämlich das innerhalb der großen Zement-Radrennbahn am Schützenhof gelegene Fußballfeld des Männer Turnvereins (MTV). Es stand aber hauptsächlich den Turnern für ihre Schlagball- und Faustballspiele zur Verfügung. Im Winter wurde die Spielfläche sogar unter Wasser gesetzt, damit die Allgemeinheit den Schlittschuhsport ausüben konnte. Die Platzfrage war deshalb jahrelang das größte Sorgenkind des im Jahre 1908 neu entstandenen Flensburger Fußballvereines F.F.C.. So lag man schnell mit den Turnern wegen der Benutzung des Sportplatzes in Harnisch und die Stadt musste sogar einschreiten und Regelungen treffen. Man spielte deshalb versuchsweise auf der Exe, auf der Waldwiese an der Marienhölzung oder auf dem Kasernenhof an der Junkerhohlweg-Kaserne. Im Jahre 1915 sollte der neue Sportplatz am Adelbyer Kirchenweg vom Verein F.F.C. übernommen werden. Doch durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 wurde die Weiterentwicklung des Fußballspieles erheblich erschwert und bis Kriegsende 1919 kam das Fußballspiel in Flensburg zum Erliegen. Nachdem man 1919 wieder langsam mit dem Wiederaufbau des Fußballspieles begann, wurde am 22. Mai 1921 der vereinseigene Sportplatz am Adelbyer Kirchenweg eingeweiht. Der F.F.C. war nach dem Kriege von 14 Mitgliedern auf 640 Mitglieder angewachsen und baute sich für 120 000 Mark eine schöne Sportplatzanlage mit 2 Spielfleldern, ein Spielfeld mit Aschenbahn, Vereinsheim und zwei Tennisplätze.

    Um in Flensburg einen spielstarken Fußballclub auf die Beine zu stellen, beratschlagen die Verantwortlichen der Vereine FFC 08 und der Flensburger Sportverein der Geher (SVdG) über eine Fusion. Am 18.12.1925 wird dann der Zusammenschluß beider Vereine unter dem Namen "Sportvereinigung Eintracht" beschlossen.

    Auf einem der beiden Sportplätze am Adelbyer Kirchenweg wurde 1931 der Flensburger Rundfunksender in Betrieb genommen. Der hölzerne Sendemast ähnelte dem Pariser Eiffelturm. Die Sportanlage wurde erheblich verkleinert und auch die Aschenbahn fiel dem Senderbau zum Opfer. Es blieb nur noch der „Platz am Sender“ übrig, der im Laufe der Jahre den steigenden Spielbetrieb nicht mehr verkraften konnte.

    Der Nationalsozialismus hatte um Flensburg keinen Bogen gemacht und in den Jahren 1933 bis 1945 wurde die Sportanlage am Sender für Zwecke der SS in Anspruch genommen. Bereits ab dem Jahre 1934 fanden aufgrund der politischen Geschehnisse kaum erwähnenswerte Gesellschaftsspiele mehr statt. Der bis dahin freie Sport erfuhr durch die nationalsozialistische Staatsführung eine Andersbewertung. 1935 wurden die Vereine VfL Nordmark und der SV Eintracht nach dem Motto " Einigkeit macht stark" zur heutigen Flensburger Sportvereinigung von 1908 e. V. (FSV 08) zusammengelegt. Die wenigen Spiele wurden im Flensburger Stadion ausgetragen. Die NS-Zeit und der 2. Weltkrieg hatte für das Vereinsleben und dem Fußballsport schädliche Auswirkungen und brachte den aktiven Vereinssport völlig zum Erliegen. Nur die älteren 08er hielten die kleine Flamme des Vereinsleben durch Zusammenkünfte weiter am Leben. Die SS hatte das Vereinsheim zerstört und von den beiden Tennisplätzen war nichts mehr zu sehen. Es war dort ein großer Löschteich angelegt.

    Mit großem Idealismus startete der Verein 1946 einen Neuanfang an seiner alten Sportstätte am Sender. Der Platz wurde wieder hergerichtet und mit Unterstützung des damaligen städtischen Sportförderungsausschusses wurde auch das Vereinsheim wieder aufgebaut.

    1957 wurde der Flensburger „Eiffelturm“ durch einen 205 Meter hohen neuen Fernsehmast ersetzt. Der Stahlrohrmast hatte einen Durchmesser von 1, 80 Meter und wurde der „rot-weiße Bleistift“ genannt. Vier Tage vor Weihnachten 1957 strahlte er die ersten Fernsehsendungen aus. Doch damit begannen grundlegende Probleme für den Verein. Während der Bauphase von Mai 1957 bis November 1957 sollte der Spielbetrieb 6 Monate am Sportplatz am Sender ruhen. Aber es kam ganz anders. Die Sportplatzanlage konnte nicht mehr genutzt werden. Immer im Winter schlug sich die Feuchtigkeit auf Antennen und den Haltetrossen nieder und wurde zu Eis. Stiegen die Temperaturen wieder, taute dieser Panzer und mächtige Eisbrocken stürzten in die Tiefe. An den Dächern der Häuser in der Nachbarschaft entstanden große Schäden. Wegen der Eisschlaggefahr musste der Spielbetrieb am Sender und das Vereinsleben dort vollständig eingestellt werden. Die Spiele fanden hauptsächlich auf den Plätzen im Flensburger Stadion aber auch auf Plätzen anderer Flensburger Vereine statt. Versammlungen und Besprechungen wurden in verschiedenen Gaststätten durchgeführt. Die große 08-Familie schien auseinander zufallen. Der Verein hatte schwere Jahre der Heimatlosigkeit zu überwinden, was sich auch im sportlichen Geschehen auswirkte. Von der Stadt bekam der Verein ein neues Gelände am Blasberg (Flensburger Stadion) zugewiesen. Der Verein verkaufte das barackenförmige Vereinsheim am Sportplatz am Sender 1960 an die Stadt, die es später als Jugend- und Freizeitheim nutzte. Es folgten mit dem Norddeutschen Rundfunk jahrelange Auseinandersetzungen über die Höhe der Entschädigungsleistungen. Der Verein wurde mit einem relativ kleinen Betrag i. H. von 29 000, 00 DM abgefunden.
    Es begannen gleichzeitig Planungen für die neue Sportstätte am Flensburger Stadion. Die Stadt stellte dem Verein ein unwegsames Gelände hinter dem Hauptstadion zur Verfügung. Ein Jugendheim und 2 neue Spielfelder wurden gebaut. Der Verein musste erhebliche Eigen- und Finanzierungsmittel, für die beiden Plätze 122 600 DM und für das Jugendheim 162 400 DM, aufbringen. Nach jahrelanger sogenannter „Heimatlosigkeit“ erfolgte am 30.10.1965 die Einweihungsfeier für die neue Sportanlage am Flensburger Stadion. Im Jahre1987 wurde die Anlage durch 3 Tennisplätze erweitert. Zusammen mit dem Flensburger Hockey-Club wurde die Tennisgemeinschaft am Stadion gegründet.

    Die jahrzehntelang anhaltenden und belastenden Finanzierungs- und Unterhaltungskosten der vereinseigenen Sportanlage am Flensburger Stadion führten Ende 2005 zwangsläufig zum Verkauf der Sportanlage. Die Spielfelder wurden an die Stadt abgegeben und das Vereinsheim an einen Flensburger Immobilienhändler verkauft. Der Verein pachtete ab 01.07.2006 die bisherige Gaststätte im Flensburger Stadion von der Stadt, nutzt diese als Vereinsheim und betreibt seinen Vereins- und Spielbetrieb nunmehr im Flensburger Stadion.

    Horst Höfer


    BUNDESPLAKETTE 2008

    18.06.2009

    Am 9. Mai 2009 übergab der Schleswig-Holsteinische Innenminister, Lothar Hay, die Bundesplakette 2008 an Flensburg 08. Anlass war das 100-jährige Bestehen des Vereins.

    Im Folgenden der genaue Wortlaut der Laudatio des Innenministers:


    Mehr als ein Millennium Sportvereinsgeschichte ist heute hier zusammengekommen, um eine Ehrung nachzuholen, die leider letztes Jahr nicht durchgeführt werden konnte. 

    Unsere Vereine hatten ihre Anträge rechtzeitig gestellt. Doch organisatorische Schwierigkeiten beim DOSB haben dazu geführt, dass Urkunden und Plaketten für das Jahr 2008 erst ein paar Tage vor Weihnachten im Innenministerium in Kiel eingingen. 

    Zu diesem Zeitpunkt hatten natürlich alle Vereine bereits ihre 100-Jahr-Feiern abgehalten. Alle Vereine haben die Ehrenurkunde des Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein überreicht bekommen, die aus dem gleichen Anlass wie die Bundesplakette verliehen wird. 

    Wenn der Bundespräsident seine Urkunde und Plakette nicht selbst aushändigt, sind sie vom Sportminister des Landes zu übergeben. Daher ist es eigentlich vorgesehen, dass wir sowohl die Landes- als auch die Bundesehrungen gemeinsam bei den Feiern der Vereine vornehmen. 

    Dies war, wie gesagt, 2008 leider nicht möglich. Deshalb, und weil man eine solche Ehrung nicht per Post verschickt, haben wir Vertreterinnen und Vertreter der Vereine heute ins Landeshaus eingeladen, um die Bundesplakette in einem angemessenen Rahmen zu übergeben.

    Die Bundesplakette kann seit 1984 als Auszeichnung für Turn- und Sportvereine verliehen werden, die mindestens 100 Jahre alt sind und die sich über Jahre besondere Verdienste um die Pflege und Entwicklung des Sports erworben haben. 

    Diese Ehre wurde im letzten Jahr zu Recht insgesamt vierzehn Vereinen zu teil, von denen heute zwölf hier anwesend sind. Zwei Vereine aus Schleswig-Holstein erfuhren eine besondere Ehre. Der Niendorf-Timmendorfer Sportverein NTSV Strand 08 e.V. und die Eutiner Sportvereinigung von 1908 e. V. waren im November letzten Jahres unter den bundesweit vier Sportvereinen, die eingeladen waren nach Rostock zum Empfang der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern anlässlich der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Übergabe des Vorsitzes in der Sportministerkonferenz. 

    Dort haben sie die Urkunde des Bundespräsidenten erhalten. Deshalb sind diese beiden Vereine heute nicht mit dabei.

    Kommen wir also nun zu den zwölf Vereinen, die heute ihre Auszeichnung erhalten. Ich beginne chronologisch mit dem Plöner Seglerverein von 1908 e.V., der am 26. Januar 2008 ein Jubiläum feierte. Der Verein ist eine anerkannte und geachtete Institution am Plöner See. Er ist in der Region verwurzelt und hat daher auch viele Freunde und Unterstützer rund um den See. Der Verein seinerseits setzt sich aber auch intensiv für sein Heimatgewässer ein. So liefert der Plöner Seglerverein mit seiner Arbeit ein Beispiel dafür, dass sich Sport und Umwelt durchaus nicht nur vertragen sondern auch von einander profitieren können. Letztes Jahr hat er die Aufgabe übernommen, die Markierungszeichen des Naturschutzgebietes „Inseln im Großen Plöner See“ zu betreuen – eine wichtige Arbeit und eine große Herausforderung. Auch die Beschränkungen auf Boote von maximal sieben Metern und 20 Quadratmetern Segelfläche, die den See befahren dürfen, sowie das Motorbootverbot trug und trägt der Verein mit. 

    Mit seiner Arbeit begeistert er zahlreiche Menschen am Plöner See. Vor allem erreicht er in starkem Maße auch junge Menschen und kann sie für das Leistungssegeln begeistern. Mittlerweile ist der Plöner Seglerverein ein „Stützpunkt Binnensegeln Jugendkader“. Das Renommee des Vereins in Bezug auf seine Leistungsfähigkeit und seine Organisationskraft reicht weit über den Plöner See hinaus. Dies zeigte sich ebenfalls im letzten Jahr, als der Verein im August Ausrichter des „Europa Cup 2008 der Internationalen Olympiajollen Union“ sein durfte.

    Der inzwischen 101-jährige Plöner Seglerverein ist ein sportliches Aushängeschild und ein Werbeträger für das Segelrevier Plöner See, die Stadt Plön und für Schleswig-Holstein insgesamt. Ihm gebührt zu Recht die Auszeichnung des Bundespräsidenten.

    Nach den Plönern feierte der TSV Grömitz von 1908 e.V. am 29. Februar in der Gildehalle sein hundertstes Jubiläum. Gerade in den kleinen und überschaubaren gemeindlichen Strukturen wie bei uns in Schleswig-Holstein haben Sportvereine wie der TSV neben der körperlichen Ertüchtigung und dem Wettkampf auch eine wichtige soziale Funktion. Vielfach sind die Sportvereine neben der Freiwilligen Feuerwehr der soziale „Kitt“, der den gemeindlichen Zusammenhalt gewährleistet. 

    Wenn der Sport und seine Vereine in einer Gemeinde gut gedeihen und sich entwickeln, dann kann der Sport in viele Lebensbereiche hineinwirken und diese ganz wesentlich fördern und bereichern. Ich denke hier an die Freizeitangebote, den Jugendbereich, an Prävention von Krankheit, Gewalt und Kriminalität, an den Zusammenhalt verschiedener Schichten, Generationen und Nationalitäten.

    Vereine, die wie der TSV Grömitz nunmehr seit über hundert Jahren in ihrer Gemeinde fest verankert sind, bieten eine gute Basis, jungen Menschen auch an den Grenzen ihrer natürlichen Leistungsfähigkeit Halt und Geborgenheit zu geben.

    In einer vom Saisongeschäft des Tourismus besonders geprägten Gemeinde wie Grömitz ist die Aufgabe der sozialen Bindung und der Pflege des Zusammenhalts für Sportvereine sicher nicht immer einfach. Gerade in der Hauptsaison bleibt oft wenig Zeit für das Vereinsleben. Umso wichtiger sind engagierte Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler, die das Vereinsschiff auch an den Klippen der Hektik des Saisongeschäftes stabil halten, damit der Verein in der etwas ruhigeren Zeit für die Mitglieder da ist, wenn die Gäste nicht mehr so zahlreich das Augenmerk der Grömitzer in Anspruch nehmen. Der TSV Grömitz bewährt sich seit nunmehr 100 Jahren erfolgreich in diesem schwierigen Fahrwasser. Auch er hat sich die Auszeichnung des Bundespräsidenten zu Recht verdient.

    Weiter ging es im letzten Jahr mit dem Männerturnverein Gelting von 1908 e.V., der am 19. April seine Feierstunde abhielt. Bei dieser Feier im Gasthof Gelting habe ich von der Geschichte erzählt, dass viele Geltinger dachten, nun verplempern die jungen Leute ihre Zeit, als vor über hundert Jahren der MTV Gelting gegründet wurde. So glaubten die Meister aus dem Ort, ihre müden Gesellen würden sich im Betrieb vom Sport ausruhen.

    In geradezu fataler Weise erinnert mich das an die Haltung, die heute in Teilen der Bevölkerung und in leider so manchem Unternehmen dem ehrenamtlichen Engagement entgegen gebracht wird. Ob dies die Freiwilligen Feuerwehren, die sozialen Organisationen oder eben die Sportvereine sind. Oft sehen sich die Mitglieder der Kritik gegenüber, ihr Engagement sei doch nur Zeitverschwendung, bei der Arbeit würden sie fehlen oder seien nicht ausgeruht. – Und dann gibt es dafür nicht mal Geld. 

    Wie falsch die Meister schon damals lagen, hatten sie dann wohl doch schnell erkannt: Bereits drei Jahre nach der Gründung des MTV konnte man in Gelting nur noch Lehrling oder Geselle werden, wenn man Mitglied im Verein war und der Verein wuchs beständig. 

    Vielleicht sollten sich auch heute Unternehmen überlegen, ob sie nicht sportliches und ehrenamtliches Engagement, wenn nicht zur Einstellungsbedingung so doch wenigstens als Einstellungskriterium einführen sollten. Denn Teamgeist, Fairness und das Gemeinschaftserlebnis prägen den Sport und damit prägt der Sport die Menschen – Eigenschaften, die sowohl im Privat- als auch im Berufsleben von Bedeutung sind. Damit kann man nicht früh genug anfangen. In Gelting ist es in einer für Schleswig-Holstein bislang – soweit ich weiß – einmaliger Ausprägung gelungen, schon den Kleinsten eine kontinuierliche sportliche Heimat zu geben. 

    Mit dem „Spielkreisel“ als Spielkreis bietet der MTV Kindern vom Krabbelalter bis fünf Jahren in einer kindergartenähnlichen Einrichtung seit nunmehr über 21 Jahren eine Heimat. Damit hat auch der MTV Gelting die Auszeichnung des Bundespräsidenten mehr als verdient.

    Am 16. Mai hat der Schützenverein Bargteheide und Umgegend von 1908 e.V. sein Jubiläum im Schützenhof gefeiert. Schützen- und Schießsportvereine haben es in den letzten Monaten nicht leicht. Neben den allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen und ihren Auswirkungen auf Sportvereine hatten und haben die Schützen es auch mit den besonderen Herausforderungen ihrer Sportgeräte zu tun. Jeder Terroranschlag und jeder Amoklauf führen immer wieder zur Diskussion über das Waffenrecht. 

    Das Waffengesetz überträgt den Schießsportverbänden eine hohe Verantwortung. Sie ermöglichen den Sportschützen nicht nur die Ausübung des Schießsports, sondern erleichtern Ihren Mitgliedern auch den Erwerb von erlaubnispflichtigen Schusswaffen, indem sie Sachkunde- und Bedürfnisbescheinigungen für Ihre Mitglieder ausstellen. Nach meiner Überzeugung sind die Schützenvereine in Schleswig-Holstein ihrer Verantwortung insgesamt sehr gut gerecht geworden.

    Sie stellen sich all diesen Aufgaben und Herausforderungen ehrenamtlich. Ehrenamtliches Engagement ist eine besonders sinnvolle Art und Weise, seine eigene Freizeit ertragreich zu gestalten. Der Ertrag besteht in Freude, sozialer Wärme und menschlicher Zuwendung, und natürlich auch in öffentlicher Anerkennung. Diese Anerkennung soll dem Schützenverein Bargteheide und Umgegend von 1908 e.V. heute mit der Auszeichnung des Bundespräsidenten zu teil werden. 

    Kommen wir nun zur Flensburger Sportvereinigung von 1908 e.V., die am 24. Mai ihre Jubiläumsfeier ausrichtete. Die Geschichte des Vereins beweist, die Wenigen, die was tun, bewegen deutlich mehr als die Vielen, die nichts tun. Und angefangen hat es in Flensburg sogar mit nur einem einzigen importierten Ball und seinem Besitzer.

    Ein Däne, Sophus Breuning, brachte am 1. Januar 1908 dieses Sportgerät und seine Leidenschaft für den Fußball in das seit 1864 preußische Flensburg. Er bolzte denn auch nicht lange alleine auf der kleinen Koppel am damaligen Kleinbahnhof am Ostufer der Förde. Zwei weitere dänische Fußballspieler und angelockte Flensburger Jungs gesellten sich zu ihm und nur viereinhalb Monate nach dem ersten Ball gab es den ersten Fußballverein in Flensburg.

    Flensburg 08 ist sich seiner deutsch-dänischen Gründungsgeschichte treu geblieben. Im Bewusstsein seiner geographischen Lage und im Zusammenwirken mit den Nachbarn bezieht der Verein die sportlichen und völkerverbindenden Möglichkeiten eines Vereins in einer Grenzstadt in seine Arbeit ein. Dabei profitiert nicht nur die Region, sondern natürlich auch der Verein selbst. Beispielhaft sei hier der dänische Nationalspieler und Torhüter Mogens Therkelsen genannt, der in den 70er Jahren das Tor für Flensburg 08 hütete.

    Flensburg 08 ist auch heute Willens, seine Zukunft und die des Sports in der Region Flensburg in die Hand zu nehmen. Der Verein bemüht sich darum, die Kräfte im Fußball zu bündeln, er nutzt die Nähe zur Hochschule und legt ein Schwergewicht auf seine Kinder- und Jugendarbeit. Flensburg 08 bekommt daher mit Sicherheit zu Recht ebenfalls die Auszeichnung des Bundespräsidenten.


    Ebenfalls im Mai, nämlich am 31., feierte Viktoria 08 Lübeck e.V. seinen 100. Geburtstag in der ehemaligen Feuerwache, die jetzt als Schulmensa ein Teil des berühmten Johanneum zu Lübeck ist. Viktoria – „die Siegerin“ – nannten sich 1906 bereits die Lübecker Straßenfußballer rund ums Lübecker Holstentor und so nannten sie dann auch 1908 ihren Verein. Damit errangen sie bereits ihren ersten Sieg – sie kamen aus der „Illegalität“ des gemeinen Straßenfußballs in den regulären und geordneten Spielbetrieb des Vereinsfußballs. 

    In all den Jahren seiner Vereinsgeschichte schlug sich der Verein sportlich mit wechselnden Erfolgen im näheren und weiteren Umfeld der Hansestadt. Viktoria ist eben eine recht launische Frau. 

    Doch was heißt eigentlich Sieg im Vereinssport – was macht den Erfolg der Vereinsarbeit eigentlich aus? Sind es wirklich die sportlichen Erfolge, die gewonnenen Punktspiele, der Aufstieg und die Meisterschaften? Klar, wer Fußball spielt, will nach 90 Minuten als Sieger vom Platz gehen. Doch Fußball ist mehr als 1:0 (Egidius Braun). Das eigentliche Ziel des Sports ist Spaß, Gemeinschaft, Fairness, Solidarität und wenn dies in einem Verein gelebt, erlebt wird, dann erst ist der Sieg wirklich ein Sieg. In diesem Sinne macht die Vereinsgeschichte von Viktoria 08 ihrem Namen alle Ehre. 

    Immer wieder haben Teamgeist, Engagement und Freude am gemeinsamen Tun diesen Verein zu seinem 100-jährigen Vereinsjubiläum gebracht. Er erhält daher heute zu Recht die Auszeichnung des Bundespräsidenten. 

    Am 06. Juni besuchten wir mit unserer Landesehrung den Rasensportverein Landkirchen e.V. auf Fehmarn, wo in einem Festzelt mit Gästen vom FC Hauingen aus Lörrach das hundertjährige Jubiläum gefeiert wurde. 

    1908 lebten in Landkirchen 484 Einwohner, 60 Pferde und 35 Rinder. Seit 1905 fuhr über Landkirchen auch die Inselbahn auf Fehmarn. Neben den zwanzig Handwerkern im Dorf gab es 1908 um die Kirche herum drei Kaufleute, einen Tierarzt und vier Wirtshäuser. In einem dieser Wirtshäuser trafen sich am 20. Mai 1908 die Turnbegeisterten des Dorfes, um den Männerturnverein „MTV Landkirchen“, den Vorgänger des heutigen Rasensportverein Landkirchen e.V. zu gründen. 

    So oder so ähnlich gründen in dieser Zeit an vielen Orten in Schleswig-Holstein sportbegeisterte Menschen Sportvereine, die bis heute weitgehend ehrenamtlich für die Bewohner ihrer Region Sport, Spiel und Bewegung anbieten; aber auch sozialen Zusammenhalt und gemeinschaftliches Erlebnis. 

    Mit viel ehrenamtlichem Einsatz wurden auch die Sportstätten und das Sportlerheim in Landkirchen erstellt, auf die der Verein zu Recht Stolz sein kann und um den ihn manch anderer Verein beneidet. Besonders wichtig sind Sportvereine wie der Rasensportverein Landkirchen e.V. für die jungen Menschen. 

    Der Sport leistet nämlich einen wichtigen Beitrag zur physischen und psychischen Entwicklung junger Menschen. Denn der Jugendsport ist nicht nur für die Verbesserung der sportlichen Leistung und als „Nachwuchsreservoir“ von hoher Bedeutung. 

    Er hilft auch im Breitensport die körperliche Entwicklung und die Gesundheit der jungen Menschen zu verbessern. Außerdem hat er eine positive Wirkung auf die Charakterbildung. Fairness, soziales Engagement, Zusammenhalt und die Beachtung von Regeln werden für die jungen Menschen im Sport erfahrbar. Sport ist für junge Menschen Vorbild für ihr Leben.

    Der Rasensportverein Landkirchen e.V. leistet diese vielfältige Arbeit eines Sportvereins nun seit über einhundert Jahren und verdient zu Recht die Auszeichnung des Bundespräsidenten. 

    Am 27. Juni hatte der TSV „Frisch-Auf“ Pahlhude seine Jubiläumsfeier in der Turnhalle in Pahlen. Auch hier zeigte sich die starke Verwurzelung unserer Sportvereine bei den Menschen vor Ort und im gesellschaftlichen Leben in der Region. Vor allem die Resonanz bei den jungen Menschen gibt Anlass zu Optimismus für die Zukunft der Sportvereine im Lande. In Pahlen hat das Engagement für die Jugend Vereinstradition. So wird von dem „Chef“ Soldwedel, einem langjährigen Vorsitzenden dieses Vereins, gesagt: „Diesem, von ganz besonderen sportlichen Idealen durchdrungenen Förderer der Jugend liegen nur die Belange der Jugend am Herzen, für die er sich auch noch jederzeit bedingungslos einsetzt.“

    Doch er war und ist nicht der Einzige im TSV, der sich mit Vehemenz für die Jugendarbeit des Vereins eingesetzt hat.

    Handballobmann Herbert Zieht hat einmal den Handballern des Vereins deutlich hinter die Ohren geschrieben: „Unsere Arbeit dient unserer Jugend und ohne sie ist der Verein zum Untergang verdammt.“

    Bei solchen deutlichen Positionen ist es daher kaum verwunderlich, dass diese Vereinstradition der Jugendarbeit bis heute Bestand hat. Eine Arbeit, mit der Vereine wie der TSV „Frisch-Auf“ Pahlhude, auch eine wichtige Aufgabe bei der Erziehung unserer Jugend wahrnehmen. 

    Der Sport mit seinen Regeln, dem Gebot der Fairness und der Verantwortung des Einzelnen für seine Mannschaft und seinen Verein stellt dabei eine exzellente Schule für das Leben dar. 

    Und für sportlichen Erfolg sind auch heute noch neben dem Talent und Trainingsmöglichkeiten Disziplin und Pflichtbewusstsein die entscheidenden Voraussetzungen. 

    Neben den Schulen haben die Sportvereine gerade heute eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, die sie in hervorragender Weise erfüllen. Dafür sage ich Ihnen allen im Namen der Landesregierung Dank und Anerkennung. 

    Das Sporttreiben im Verein dient natürlich der eigenen Fitness der Sportler und damit ihrer Gesundheit. Aber sportlich fitte Menschen sind gesünder und entlasten damit das Gesundheitssystem, feiern weniger krank – die sportbedingten Fehlzeiten sind bei weitem nicht so hoch. 

    Mediziner und Psychologen haben festgestellt: Sport setzt Stoffe in unserem Körper frei, die wir als Glückshormone bezeichnen können. Wer Sport treibt, ist also optimistischer und fröhlicher als andere! Sportvereine wie der TSV „Frisch auf“ leisten also einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Laune im Land. Eine nicht zu unterschätzende gesellschaftliche Aufgabe, wo uns Deutschen doch immer die „Jammer-Krankheit“ nachgesagt wird.

    Der TSV „Frisch-Auf“ Pahlhude erhält also aus vielen guten Gründen zu Recht die Auszeichnung des Bundespräsidenten.

    Der Vollständigkeit halber möchte ich erwähnen, dass der Niendorf-Timmendorfer Sportverein NTSV Strand 08 e.V. sein hundertjähriges Jubiläum am 28. Juni in der Trunkkurhalle in Timmendorfer Strand feierte. Dieser Verein hat, wie gesagt, seine Bundesplakette bereits in Rostock erhalten. 

    Der nächste Verein war einen Tag später am 29. Juni die Albersdorfer Schützengilde von 1908 e.V., die ihre Feierstunde im Café-Restaurant-Waldesruh vor dem Umzug mit Schützen aus 23 Schützenvereinen durch die Gemeinde Albersdorf durchführte. Wie ich bereits beim Schützenverein Bargteheide bemerkte, sind die Zeiten für die Schützenvereine angesichts der Diskussionen um die Anschläge schwierig. 

    Der Deutsche Schützenbund, dem auch der Nordwestdeutsche Schützenbund und damit auch die Albersdorfer Schützengilde angehört, ist der einzige Verband für Sportschützen innerhalb des DOSB so wie auch der Nordwestdeutsche Schützenbund der einzige Verband der Sportschützen in Schleswig-Holstein ist, der Mitglied im LSV ist. Leider gibt es neben dem Deutschen Schützenbund noch mindestens 46 weitere Verbände, die auf Bundesebene Schützen und Schießsportler vertreten. 

    Im Nordwestdeutschen Schützenbund mit seinen 427 Vereinen und rund 28.000 Mitgliedern wird in der Regel das Schießen mit Luftpistole, Luftgewehr oder Kleinkalibergewehr betrieben. 

    Das sog. IPSC-Schießen, bei dem mit Schnellfeuerwaffen eine Art „Häuserkampf“ simuliert wird, und das als besonderes Negativbeispiel für „so genannten Spießsport“ gilt, wird vom Nordwestdeutschen Schützenbund genauso wie das „Combat-Schießen“ abgelehnt und ist in seinen Mitgliedsvereinen untersagt. 

    Sie können also in Schleswig-Holstein ruhig und - wie wir es von den norddeutschen Schützen gewohnt sind - sachlich in die Diskussion um Konsequenzen aus den schrecklichen Ereignissen der letzten Zeit gehen.

    Die Mitglieder der Albersdorfer Schützengilde stehen auch in diesen stürmischen Zeiten fest zu ihrem Verein und sind tief verwurzelt in ihrer Gemeinde. Dies zeichnet die Gilde über ihre hundertjährige Geschichte hinweg aus. Es gibt glücklicher Weise auch junge Menschen, die sich in dieser Gemeinschaft der Albersdorfer Schützengilde wohl fühlen. 

    Mit ihrer Jugendarbeit bieten Sportvereine die beste Gewähr für ihre Zukunft. Sie verbinden Generationen miteinander, vom Opa bis zum Schüler, Jungen und Mädchen, Frauen und Männer. Sie nutzen in der Leistungsspitze modernste Technik in Training und Wettkampf, bieten jedoch genauso gut einfache Möglichkeiten der Sportausübung für Jedermann. Die Albersdorfer Schützengilde erhält also aus guten Gründen zu Recht die Auszeichnung des Bundespräsidenten.

    Der Männerturnverein Wrohm von 1908 e.V. hatte zwar bereits am 29. März seinen großen Festkommers, aber leider war es aus terminlichen Gründen nicht möglich, bei dieser Feier auch die Landesurkunde zu übergeben. Aber am 4. Juli im Rahmen der Sportwoche des Vereins haben wir dies im Festzelt nachgeholt. 

    Jetzt sollte man bei diesem Termin doch eigentlich das schönste schleswig-holsteinische Sommerwetter erwarten können. Darauf hatten die Verantwortlichen des Vereins auch gesetzt. Doch das im Anschluss an die feierliche Übergabe stattfindende „Spiel ohne Grenzen“ musste von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Regen unter erschwerten Bedingungen absolviert werden. 

    Aber mit widrigen Bedingungen hat der Verein Erfahrung. Die Gründung des Vereins wurde wie in vielen Orten 1908 zunächst sehr skeptisch betrachtet. Deshalb gab es ebenso in Wrohm anfangs „schwerwiegende Bedenken“ gegen die Gründung eines Turnvereins. Die Gemeindevertretung wollte nicht so recht. Erst als sie selbst für die Jugend- und Volksspiele einen öffentlichen Spielplatz errichtete, war die Gemeindevertretung einer Vereinsgründung zugänglicher. 

    All dieser Widrigkeiten zum Trotz legte der MTV Wrohm einen fulminanten Start hin. Immerhin hatte der Verein aus dem Stand 31 aktive Mitglieder. Bei damals vielleicht 300 bis 400 Einwohnern schon ein klasse Auftakt. Aber der Verein erkannte schon damals, wie wichtig „Sponsoren“ sind. Zum einen unterstützte der ortsansässige Wirt den Vereinsstart mit 50 Mark. Zum anderen wurde gleich zu Beginn erfolgreich um passive Mitglieder geworben. Gut doppelt so viele wie aktive Sportler fanden sich. 

    Auch heute liegt in der Pflege der passiven Mitglieder ein wichtiges wirtschaftliches Potential für die Vereine. 

    Natürlich wäre es mir lieber, alle Menschen würden in allen Lebensphasen selbst aktiv Sport treiben. Aber wenn die Menschen das schon nicht tun, dann können sie vielleicht gewonnen werden, mit einer „Fördermitgliedschaft“ das Sporttreiben insgesamt zu unterstützen. Sie würden damit mindestens einen genauso wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft leisten, wie sie dies bei Kulturvereinen, Umweltorganisationen oder Hilfswerken tun. 

    Denn Sportvereine wie der MTV Wrohm leisten viel, sehr viel für unsere Gesellschaft. Sie halten die Menschen in Bewegung und damit gesund. Sie bieten neben ihren Sportangeboten auch soziale Geborgenheit und Heimat. Denn seine über 230 Mitglieder bedeuten, dass fast jeder dritte Bürger Wrohms Mitglied im MTV ist. Dabei ist es aus meiner Sicht besonders erfreulich, dass darunter fast die Hälfte Kinder und Jugendliche sind. Der Verein legt damit natürlich sein Fundament für die nächsten hundert Jahre. Aber er wirkt auch der Bewegungsarmut unserer Kinder entgegen, hält sie fit und bietet mit dem Sport und seinen Regeln auch eine Schule für das Leben unserer Kinder. 

    Fairness, Leistungswille, Sozialverhalten und Teamgeist sind sportimmanent. Diese Eigenschaften stellen aber auch die wesentlichen Qualifikationen für das weitere – insbesondere auch berufliche – Leben der Kinder dar. Auch der MTV Wrohm erhält damit zu Recht die Auszeichnung des Bundespräsidenten.

    Am 5. Juli war das Wetter bei der Feier im Vereinsheim und auf der Sportanlage des V.f.B. Union-Teutonia Kiel von 1908 e.V. so, wie es sich die Wrohmer gewünscht hätten. 

    Doch die letzten hundert Jahre boten nicht immer nur ein angenehmes Klima für den Verein. Kriege und nationalsozialistische Diktatur mussten 
    überstanden werden. Auch sportlich ist das Glück einem Fußballverein nicht immer hold. So schlug sich der VfB Union-Teutonia im Laufe der Jahre mit wechselnden Erfolgen in Kiel, im Bezirk und im Lande.

    Doch der eigentliche Erfolg der Vereinsarbeit liegt in Spaß, Gemeinschaft, Fairness und Solidarität. Wenn dies im Verein gelebt wird, dann ist die Liga zweitrangig. Dann arbeitet der Verein erfolgreich. Umgekehrt gilt dies genauso. 

    Die höchste Liga ist für mich keine erfolgreiche Vereinsarbeit, wenn das Vereinsleben nicht von Spaß, Gemeinschaft, Fairness und Solidarität geprägt ist. Da ist für mich manch kleiner Verein erfolgreicher als fernsehbekannte Clubs.

    Im VfB Union-Teutonia haben Teamgeist, Engagement und Freude am gemeinsamen Tun der Mitglieder den Verein wachsen und gedeihen lassen. Mitglieder, die auf dem Platz für den spielerischen Erfolg kämpfen – aber Mitglieder das sind eben auch die vielen Menschen, die ehrenamtlich die vielen Aufgaben im Verein übernehmen, ohne die die Elf auf dem Platz kaum eine Chance zum Spiel hätte. 

    Die Mütter und Väter, die Trikots waschen und Chauffeur spielen, die Trainer und Übungsleiter, die Platzwarte und Spielfeldbetreuer, Vorstände und nicht zu vergessen die Schiedsrichter. 

    Solche Mitglieder zeichnen den UT Kiel aus und damit erhält er zu Recht die Auszeichnung des Bundespräsidenten.

    So richtig traditionell und zünftig feierte der Schützenverein Linau und Umgebung am 11. Juli sein hundertjähriges Bestehen im Schützenzelt mit Spanferkelessen und abwechslungsreichem und umfänglichen Showprogramm auf der Bühne. Da blieb so manchem Besucher vor Begeisterung und vielem herzhaften Lachen schon mal die Luft weg. Dabei ist die Atmung eines Schützen sehr wichtig. Mit Hilfe der Atmung wird der Körper mit Sauerstoff versorgt, der Puls reguliert, die richtigen Spannungsverhältnisse im Körper erreicht, die Ruhehaltetechnik verbessert, die Stresssituation unter Kontrolle gehalten und das Umfeld abgekoppelt.

    Diesen Zustand benötigt ein Schütze, um in seinem Sport erfolgreich zu sein, Denn einem Schützen nützt das gute Auge alleine nichts, wenn die Hand zittert. Der Schütze lernt deshalb in diesem Sport, sich zu entspannen und innere Ruhe zu finden, um damit seine Leistung zu verbessern. Dies dient aber nicht nur der Verbesserung der sportlichen Leistung, sondern hilft dem Sportler auch außerhalb des Schießstandes.

    Gerade in unserer heutigen hektischen Zeit mit dem vielen ungesunden Stress bietet der moderne Schießsport einen hervorragenden Ausgleich. 

    Außerdem lernt der Schütze in der Ausübung seines Sportes, dass jeder Schuss nicht nur etwas über seinen Leistungsstand aussagt. Der Schütze lernt auch etwas über sich selbst. Denn:

    So wie man ist, so schießt man auch. 
    So wie man das Schießen verbessert, 
    so verbessert man sich selbst.

    Der Schießsport bietet viele gute Grundlagen für Charakterbildung und Entspannung, aber auch viele Risiken und Gefahren, wenn man Regeln und Gesetze nicht einhält. 

    Wie in Bargteheide und in Albersdorf haben sie in Linau die Aufgabe und Verantwortung im Verein und bei Ihren Mitgliedern konsequent auf die Einhaltung der Regeln hinzuwirken. Erziehung zu verantwortungsbewusstem Handeln und zum sorgsamen Umgang ist für alle Sportvereine, aber in besonderem Maße für Schützenvereine von großer Bedeutung. 

    Sie sind in Linau - wie auch in den anderen beiden Vereinen - dieser Aufgabe gerecht geworden und haben eine hervorragende Vereinsarbeit geleistet. Daher erhält der Schützenverein Linau und Umgebung zu Recht die Auszeichnung des Bundespräsidenten.

    Zu guter letzt und zur Vervollständigung unserer Jubilarliste aus dem vergangenen Jahr: Die Eutiner Sportvereinigung von 1908 e.V. hat am 15. August ihr hundertjähriges Bestehen in der Kundenhalle der Sparkasse Holstein gefeiert. Dieser Verein hat, wie gesagt, seine Bundesplakette bereits in Rostock erhalten. 

    Kommen wir nun zur Verleihung der Sportplakette des Landes an Herrn Marc Aurel Pickel, der nicht an der Feier im Haus des Sports teilnehmen konnte und den ich jetzt nach vorne bitte.

    Mitte der 1990er Jahre war Marc Aurel Pickel Kernmitglied der Initiative Aerosail, die der Automobilhersteller Daimler-Benz zur Förderung des Segelsports ins Leben gerufen hatte. Als Mitglied der Crew der „Astro“ gewann er 1994 die Regatta der Kieler Woche und den Sardinia Cup.

    Ende 1995 stieg er auf das olympische Starboot um. Mit verschiedenen Vorschotern an seiner Seite erreichte er bei einer ganzen Reihe bedeutender Regatten Spitzenplatzierungen: Zusammen mit Carsten Witt wurde er 1997 vor Varberg Dritter der Europameisterschaft. Drei Jahre später holte er sich zusammen mit Thomas Auracher vor Gaeta den Titel. Von Juni 1998 bis September 1998 und dann noch einmal im Februar 1999 stand er an der Spitze der Weltrangliste der International Sailing Federation.

    Mit Auracher als Vorschoter nahm Pickel 2000 in Sydney erstmals an Olympischen Sommerspielen teil und erreichte Rang 12. Vier Jahre später verfehlte er zusammen mit seinem neuen Vorschoter Ingo Borowski die Norm des Deutschen Sportbundes zur Qualifikation für die Sommerspiele in Athen. 

    Im Frühjahr 2008 sicherten sich Pickel/Borowski mit Rang 5 bei der Weltmeisterschaft vor Miami die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in Peking, wo sie anschließend den 9. Platz belegten.

    Damit komme ich nun zur nachträglichen Verleihung der Sportverdienstnadel an Herrn Dieter Bünning, der ebenfalls bei der Feier im Haus des Sports letztes Jahr nicht teilnehmen konnte und den ich nun zu mir nach vorne bitte.

    Dieter Bünning setzt sich seit über drei Jahrzehnten ehrenamtlich für ein ganz besonderes Ziel ein: Die Aufwertung seines Kieler Stadtteils Gaarden. Bereits 1978 übernahm er das Amt des Schriftwartes im TuS Gaarden. Seither prägte er maßgeblich die Pressearbeit und die Vereinszeitung seines Vereins. Über den 1996 vollzogenen Zwischenschritt des 2. Vorsitzenden übernahm er 2000 das Amt des 1. Vorsitzenden des TuS Gaarden. Seither ist er die treibende Kraft für viele attraktive Angebote des Vereins, die auch auf eine Verbesserung der Lebensqualität in seinem Stadtteil abzielen. So ist Dieter Bünning mittlerweile selbst aktiv in die erfolgreichen Projekte „Sport gegen Gewalt“ und „Integration durch Sport“ eingebunden. Dieter Bünning ist Mitglied der Gaardener Runde und seit 2007 auch im Vorstand des Fördervereins Gaarden.

    Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit


    Flensburg 08 im Jubiläumsjahr in Zahlen


    Stichtag 01.01.2008: 543 Mitglieder, davon 286 Kinder und Jugendliche ( 52,67 % )


    Fußballabteilung: 432 Mitglieder, davon 222 Kinder und Jugendliche

    17 Mannschaften, davon 12 Jugendmannschaften, nehmen am Punktspielbetrieb in der Spielserie 2007/08 teil. Je Spielklasse einschl. Mädchen- und Frauenfußball wurde mindestens eine Mannschaft zu den Spielklassen gemeldet. In Schleswig-Holstein gelingt dieses nur wenigen Fußballvereinen. Die 1. Herrenmannschaft, die 1. Frauen-mannschaft und die A-, B-, und C- Jugendmannschaften spielen seit Jahren in den höchsten Spielklassen des Landes Schleswig-Holstein. Zeitweise sogar über die Landesgrenzen hinaus in der Regionalliga. 
    Eine Fußballgruppe der Mürwiker Werkstätten nehmen im Rahmen desBehindertensportes ebenfalls an einer Wettkampfrunde teil. Daneben wird durch eine Altherrenmannschaft Seniorensport angeboten. Mädchen- undFrauenfußball wird seit 1973, also seit 35 Jahren, erfolgreich angeboten.


    Schwimmabteilung: 84 Mitglieder, davon 64 Kinder und Jugendliche

    Die Schwimmabteilung besteht seit 1971 und sie bildet mit dem TSB Flensburg seit 1977 in Kooperation eine leistungsstarke Startge-meinschaft. Nicht nur wettkampfgemäße Stilarten des Schwimmens werden erlernt, sondern im wesentlichen erfahren Kinder im Alter von 5 bis 6 Jahren die Grundausbildung im Schwimmen. Anschließende Prüfungen werden von qualifizierten Übungsleitern abgenommen. 


    Tennisabteilung: 25 Mitglieder

    Von 1921 bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde im Verein auf der alten Anlage „am Sender“ bereits Tennis gespielt. Im Zuge des Tennisbooms in Deutschland baute der Verein im Jahre 1987 zusammen mit dem Flensburger Hockey-Club in der „Tennisge-meinschaft am Stadion“ 3 neue Tennisplätze auf der vereinseigenen Anlage am Flensburger Stadion.


    Chronik Frauenfußball Flensburg 08 seit 1973

    Am 28.10.1973 wurde die Frauenmannschaft gegründet. Marion Klein und Heidrun Carstensen waren die Frauen der ersten Stunden, die anfangs um die Anerkennung des Frauenfußballes in unserem Verein rangen und schließlich populär machten. 

    Die gute Seele im Mädchen- und Frauenfußball ist Heinz Bartel. Seit 01.10.1977 ist Heinz Bartel Mitglied in unserem Verein und auch gleichzeitig Betreuer der 1. Frauenfußballmannschaft. 
    23 nationale und internationale Frauenfußballturniere hat er im Juni eines jeden Jahres verantwortlich organisiert. Mehr als 60 verschiedene Mannschaften nahmen daran teil. Aus Holland Velocitas Groningen, OVC ´85 Oosterbeeek, VV de Zuoaven, aus Dänemark Vipperöd BK, Aabenraa BK, Bramming BK, Bolderslev BK, Frifelt IF, Silkeborg IF. Der Veranstalter konnte sein eigenes Turnier 7 mal gewinnen.

    Die Frauenfußballmannschaft spielt mit einer kleinen Unterbrechung jetzt das 21. Jahr in der höchsten Spielklasse des Landes Schleswig-Holstein.

    Folgende Trainer waren tätig:

    1973 – 1976 Karl-Heinz Boysen 1. Frauen
    1976 – 1991 Dieter Klein (1991 verstorben). 1. Frauen1991 – 1996 Jörg Manigel 1. Frauen1994 – 1997 Karin Klitzke 2.Frauen
    1996 – 1997 Ingo Hansen 1. Frauen
    2004 – 2005 Annegret Rösen 2. Frauen 7er-Feld
    1997 – heute Karin Klitzke 1. Frauen

    Folgende sportliche Ziele wurden erreicht:

    1974/75 Beginn des Punktspielbetriebes in der Kreisliga
    1976/77 Aufstieg in die Bezirksliga
    1982/83 Bezirksligameister und Aufstieg zur Verbandsliga Schleswig-Holstein
    1986/87 Abstieg in die Bezirksliga
    1988/89 Bezirksligameister und Aufstieg zur Verbandsliga Schleswig-Holstein
    1994/95 2. Frauenmannschaft spielt in der Bezirksklasse
    1995/96 Freiwilliger Abstieg aus der Verbandsliga Schleswig-Holstein
    1995/96 2. Frauen Bezirksklasse
    1996/97 Bezirksligameister. Verzicht auf Aufstieg zur Verbandsliga Schleswig-Holstein
    1996/97 2. Frauen Bezirksklasse
    1998/99 Bezirksligameister und Aufstieg zur Verbandsliga Schleswig-Holstein
    2004/05 2. Frauenmannschaft spielt 7er-Feld in der Bezirksliga
    2005/06 Vizemeister Verbandsliga Schleswig-Holstein
    2006/07 Vizemeister 3. SHFV Hallenmeisterschaft in der Hansa-Halle in Lübeck.

    Folgende Pokalsiege wurden errungen:

    1984/85 Bezirkspokalsieger
    1995/96 Bezirkspokalsieger
    1996/97 Hallen-Bezirkspokalsieger
    2001/02 Hallen-Bezirkspokalsieger
    2003/04 Hallen-Bezirkspokalsieger
    2005/06 Bezirkspokalsieger
    2007/08 Hallen-Bezirkspokalsieger


    Tennisabteilung

    Der Tennisport hat auch eine lange Tradition im Verein. Bereits auf der alten Sportanlage „Am Sender“ wurde seit 1921 neben Fußball, Handball und Leichtathletik Tennis gespielt. 2 Tennisplätze standen zur Verfügung. Mit dem Bau eines Radiosenders und durch die Auswirkungen des 2. Weltkrieges wurden die beiden Tennisplätze vernichtet. Es war dort ein Löschteich angelegt. Im Zuge des Tennisbooms in den 80’er Jahren baute der Verein mit dem Flensburger Hockey-Club in der „Tennisgemeinschaft am Stadion“ hinter dem Vereinsheim 3 neue Tennisplätze, die noch heute von einer kleinen Gruppe genutzt werden. Durch Teilnahme an den Punktspielen in einigen Altersklassen erreichte die TG am Stadion einen guten Bekanntheitsgrad. Die Abteilung wird heute durch Harro Peetz geleitet.


    „Vom Nichtschwimmer bis zu Wettkampfschwimmer“
    Die Schwimmabteilung von Flensburg 08

    Von der Gründung bis Heute

    Die Schwimmabteilung unseres Vereins besteht seit dem 01.09.1970. Nach Vorarbeit von Semih Akgül, Andreas Dettki und Horst Lemke wurde sie mit nur drei Schwimmern ins Leben gerufen.
    Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der neu gegründeten Abteilung, konnte am 25. August 1971 das Ausbildungsprogramm mit 18 Schwimmer/innen beginnen. 4 Übungsleiter/innen gaben das Motto „vom Nichtschwimmer bis zum Wettkampfschwimmer“ durch Rundschreiben bekannt. Ein Jahr später hatte die Abteilung bereits 79 Mitglieder. Sie war Gründungsmitglied des heutigen Kreisschwimmverbandes Flensburg Schleswig-Flensburg e. V., ist seitdem Mitglied im Landesschwimmverband Schleswig-Holstein und gehört dem Deutschen Schwimmverband an.Am 12. Mai 1976 konnte im Jahresbericht die Mitgliederzahl mit 151 Personen beziffert werden. Es musste ein Aufnahmestopp ausgesprochen werden, da die Trainingsmöglichkeiten in den Schwimmhallen erschöpft und keine weiteren Ausbildungsmöglichkeiten zur Verfügung standen. Um das Defizit bei den Trainingszeiten und einen besseren Schwimmerpool bei Wettkämpfen zur Verfügung zu haben, wurde im Flensburger Hallenbad die Startgemeinschaft (SG) Flensburg 08/TSB gegründet. Mit einem Handschlag der damaligen Trainer Semih Akgül und Gerhard Großmann (08) sowie Gudrun Meißner und Dieter Simoneit (TSB) wurde diese Gemeinschaft besiegelt und am 20. Oktober 1977 vom Schleswig-Holsteinischen Schwimmverband (SHSV) anerkannt.

    Obwohl dieser Gründung damals wenig Überlebenschancen eingeräumt wurden, man sprach von maximal 2 Jahren, besteht diese SG noch heute und funktioniert in bester Harmonie. Trainerinnen und Trainer sowie Schwimmerinnen und Schwimmer pflegen stets eine gute Kameradschaft, die sich bei Wettkämpfen besonders in den Staffelerfolgen wiederspiegelt.

    Gute Kameradschaft war auch bei den Reisen nach Eureka in Kalifornien USA 1995 und 1997 gefragt, an denen jeweils rund 20 Schwimmer/innen teilnahmen. 1995 leiteten Wiebke und Stefan Johannsen (TSB) die Gruppe und knüpften die ersten internationalen Kontakte. 1997 begleiteten Birte Braun (TSB) und Jürgen Sappert (08) als Trainer und Betreuer die Gruppe. Steigende Kosten und die Entwicklung der Wechselkurse bereiteten dieser jungen Partnerschaft leider ein frühes Ende.

    Doch schon ein Jahr später von 1998 bis 2005 konnten sich die Aktiven der Startgemeinschaft jeweils zu Himmelfahrt international behaupten. Beim größten Jugendschwimmwettkampf der Welt dem „Danish International Swimcup“ in Esbjerg, der an drei Tagen und gleichzeitig in drei Schwimmhallen ausgetragen wird, haben unsere Jugendlichen immer wieder bewiesen, dass sie in der Lage sind auch auf der internationalen Bühne des Schwimmsports Bestleistungen zu erbringen und in den Finalläufen ihre Schwimmzeiten noch zu verbessern. Im Jahr 2005 haben wir uns aufgrund steigenden Vandalismus während des Swimcups schweren Herzens dazu entschlossen an diesem Wettkampf nicht mehr teilzunehmen. Mangels eines alternativen internationalen Jugendschwimmwettkampfes suchen wir unsere Erfolge nun auf nationaler Ebene.
    Das Ausbilderteam und die Ziele

    11 ehrenamtliche Übungsleiter aller Altersgruppen, darunter ein Dipl. Sportlehrer und drei ausgebildete Schwimmtrainer haben sich bereit erklärt an der Vereinsarbeit aktiv teilzunehmen, um mit ihrer jahrelangen Erfahrung sowie kontinuierlicher Fortbildung unserem Motto gerecht zu werden.

    Um eine qualifizierte Schwimmausbildung zu gewähren haben wir uns dazu entschieden, entgegen der Ausbildung anderer Schwimmvereine, keine Schwimmkurse anzubieten, sondern über die unabdingbare Wassergewöhnung auf das Lernverhalten der Kinder individuell einzugehen und ihnen vor dem Erlernen von Schwimmlagen die Angst vor dem nassen Element zu nehmen. Erst wenn die Kinder die Freude am Wasser gefunden haben beginnen wir beim Anfängerschwimmen mit dem stilgerechten Erlernen der Schwimmlagen. Als sichtbare Erfolgskontrolle für Schwimmer und Eltern dienen die Jugendschwimmabzeichen Seepferdchen, Bronze, Silber und Gold, die wir bei sicher erbrachten Leistungen gerne bereit sind zu bescheinigen. Über diesen Weg nutzen wir den Ergeiz der Kinder sie über „Kindgerechte Wettkämpfe“, wie dem Nikolausschwimmen in Niebüll, an größere Schwimmwettkämpfe heranzuführen. Hier liegt unser besonderes Augenmerk auf der frühen Integration in die Mannschaft unserer Startgemeinschaft. Dank der guten Kameradschaft können so Erfolge zusammen gefeiert, aber auch Misserfolge gemeinsam verarbeitet werden.
    Fast jedes Wochenende können unsere Schwimmer an Wettkämpfen in ganz Schleswig – Holstein teilnehmen um ihre Trainingserfolge zu bestätigen. Um dies zu Organisieren werden durch die teilnehmenden Vereine in der Regel zwischen 20 und 30 ehrenamtlich ausgebildete Helfer benötigt. Diese werden zum großen Teil in der Elternschaft der Jugendlichen gewonnen, die ihre Kinder zu den Wettkämpfen begleiten und sich ohnehin in der Schwimmhalle aufhalten. Dies führt zu einer Entlastung der „alten Schwimmsporthasen“.

    Über die politische Entscheidung zum Bau einer neuen Schwimmsporthalle auf dem Campus sind wir sehr erfreut, da ein Ersatz für das sanierungsbedürftige Hallenbad mehr als notwendig ist. Der Neubau ermöglicht uns eine noch qualifiziertere Ausbildung und Betreuung der Aktiven sowie ausreichenden Platz für das Ausrichten von Schwimmwettkämpfen. Zwar lassen unsere Möglichkeiten einen Aufstieg in den Spitzensport kaum zu und wir betreiben den Sport vorrangig als Breitensport, jedoch schaffen es einige talentierte Schwimmer hervorragende Ergebnisse auf landesebene zu erzielen.

    Hier die erfolgreichsten Schwimmer/innen von Flensburg 08.

    Peer Godbersen 
    100m Freistil 0:55,02
    50m Freistil 0:24,82
    100m Rücken 1:07,24
    100m Schmetterling 1:04,37
    200m Freistil 2:02,62
    2. Platz beim 1. Förde Crossing 1994 0:36,22
    Aufnahme in die Sportfördergruppe der Marine
    Auch nach 6 jähriger berufbedingter Pause schwimmt Peer die 100m Freistil noch in 1:04,91.

    Christina Krause: galt als ein besonderes Talent im Rückenschwimmen auf Norddeutscher Ebene und steht in der Ewigen Bestenliste des Schleswig-Holsteinischen Schwimmverbandes über 100m Rücken mit 1:09,82. Leider ist sie im Schwimmsport nicht mehr aktiv.

    Gerd Zierberg 25m Bahn: vier neue Landesrekorde in der Altersklasse 50
    über 50m Brust in 0:34,57
    über 100m Brust in 1:17,33
    über 200m Brust in 2:56,23
    über 100m Lagen in 1:13,80

    Weitere Einträge in der Jahrgangsbestenliste des SHSV

    Rico Klein 25m Bahn: 1. über 50m Brust in 0:31,98
    2. über 100m Brust in 1:10,26
    2. über 200m Brust in 2:37,52
    9. über 200m Lagen in 2:30,24
    50m Bahn 1. über 50m Brust in 0:32,94
    4. über 100m Brust in 1:15,98
    7. über 200m Brust in 2:53,55

    Sara Liers 25m Bahn: 9. über 400m Freistil in 5:54,89 8. über 800 m Freistilin12:06,13 Jahrgangsmeisterin bei den diesjährigen Kreismeisterschaften
    mit 1124 Punkten

    Sandra Laffrenzen: Bei ihrem 1. Wettkampf nach den Regeln des DSV wurde 
    Sandra bei den diesjährigen Kreismeisterschaften
    2. Jahrgangsmeisterin mit1039 Punkten

    Torben Höhn 25m Bahn: 2. über 800m Freistil in 12:20,96
    10. über 100m Schmetterling in 1:30,23

    Wir wünschen unseren Schwimmerinnen und Schwimmern weiterhin solche Erfolge.

    Für Interessenten an unserer Arbeit werden wir im 3. Quartal 2008 unseres Jubiläumsjahres an jedem ersten Montag in der Zeit von 17.00 bis 18.00 Uhr im Flensburger Hallenbad ein Probetraining anbieten. Informationen hierzu können ab dem 01. September 2008 bei Jürgen Sappert unter der Telefonnummer 0461/33558 eingeholt werden.

    Redaktion: Finn und Jürgen Sappert